Adria – Kroatische Küste von Sukosan bis Dubrovnik

Immer wieder ein sehr attraktives Blauwasser-Segelrevier:

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Eine herbe Natur, klares Wasser laden zum Baden, Schnorcheln und Tauchen ein. Der Wind ist in den Monaten Juli, August, September schwach – es sei denn es bläst die Bora. Dann ist Vorsicht angesagt! Man sollte sich rechtzeitig eines geschützten Liegeplatzes versichern, denn die Marinas sind dann schon früh am Tage überfüllt. Trotz der vielen Charteryachten findet jede ausserhalb der Einzugsbereiche von Split, Hvar, Korcula Stadt und Dubrovnik „ihre“ Ankerbucht.

  • Split – Korcula – Lastovo – Hvar – StariGrad  – Trogir           2016
  • Dubrovnik bis Korcula                                                                               2015
  • Trogir, Mitteldalmatien                                                                             2014
  • Sukosan, Kornaten                                                                                       2013

 

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Geschichtsträchtige, mittelalterliche Städte werden restauriert und wollen erkundet werden. Besonders geschmackvoll die Kombination von alter Bausubstanz mit top modernem Design. Entlegene Konobas bieten erstklassige Fischgerichte und hervorragende regionale Weine. Sehr hilfreich, wenn einige Crew-Mitglieder kroatisch sprechen!

Split – Korcula – Lastovo – Hvar Stadt – StariGrad  – Trogir 2016
Törn der Kontraste

Schade, Krank
Schade, Krank

Marina Kastela, eine riesige Charterbasis zwischen dem Flughafen und Split. Dort übernehmen wir SY Foxbat, eine Delphia 40.3 unter polnischer Flagge. Die veranlasst andere Yachten, neben uns festzu machen. Wir finden`s gut aber die Kommunikation geht dann doch nur auf Englisch.

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Foxbat bietet auf 40 Fuss bemerkenswerte 4 Doppelkabinen – mit sehr wenig Stauraum. Vorsicht! Man kann sich zwischen den schmalen Türen im Vorschiff verfangen, die Finger klemmen, die Füße brechen und den Kopf stoßen. Sonst ähnelt die Delphia den Bavarias, segelt aber etwas dynamischer und taucht bei Seegang weicher in die Welle ein. Unsere Foxbat ist, wie wir erst unterwegs merken, in allem etwas schwergängig. Das laufende Gut ist zu dick für die Blöcke, so dass das Großsegel selbst bei einer windigen Halse nicht richtig auffiert und das Boot deshalb heftig kränkt. Aber davon wird niemand Krank. ;-))

Nach dem Ablegen in Kastela üben wir die MOB-Manöver unter Maschine – auch Michel und Dany haben inzwischen den Führerschein SBF-Küste und holen die Boje auch auf einer 40 Fuß-Yacht schon beim zweiten Versuch wieder an Bord. Das ist wichtig – denn der Skipper will ja möglichst auch gerettet werden, falls er mal über Bord gehen sollte. Auch Noah weiß, sich an Bord zu betätigen. Leider sind die Aufbauten so hoch, dass er selbst auf einer Bierkiste stehend nicht über das flach gelegte Sprayhood schauen kann. Schade, denn so kann man wirklich nicht steuern!

Erster Anleger in Milna am Gästesteg der ACI-Marina. Und wie schon in den Jahren zuvor, will uns der Marinero auch diesmal wieder abweisen. Deshalb greift Ivana ein, auf Kroatisch! Und siehe da, es geht doch was: Wir dürfen zwei Nächte am Steg bleiben.

Weil die Wettervorhersage nach einer Okklusion kräftige Westwinde – hier heißt offensichtlich jeder starke Wind „Bura“- erwarten läßt, bleiben wir am nächsten Tag am Steg und machen Ausflüge. Das war auch gut so, wie wir später von einer einlaufenden Yacht erfahren. Deren Crew hatte nämlich eine sehr unruhige Nacht vor Anker in einer Bucht von Solta erlebt. Bei mehreren Yachten ist bei starkem Wind der Anker ausgebrochen und das hat wohl einigen Stress in dunkler Nacht verursacht.

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Hvar

Von Milna segeln wir nach Hvar und suchen an der Hafenpromenade nach einem Liegeplatz. Es ist High Noon und alle Plätze sind schon – oder noch – belegt. Wir drehen ab nach Palmizana-Klement. Der Wind frischt auf NW 4-5 Bft. Mit 6 anderen Yachten drehen wir im Vorhafen Kreise und warten auf die Einweisung. Michel versteht Südsteg aussen, ich warte auf Einweisung zum Nordsteg innen. Michel hatte Recht. So zwängen wir uns also rückwärts zwischen den Moorings der bereits fest gemachten Yachten und den nackten Felsen vorbei, um mit starkem Seitenwind rückwärts anzulegen. Hier ist die Hölle los! Laut, eng, trubelig, teuer und die Sanitäranlagen völlig überlastet. Wir wandern zum Baden in die Uvala Vinogradisce – aber dort sieht es genauso aus. Mehr als ein Stehplatz im Wasser ist nicht drin. Selbst der Oktopus ist von dem Trubel genervt. Wir beobachten ihn, wie er den Badelatschen eines Schwimmers bekämpft, bevor er wieder in tieferem Wasser verschwindet. Dany bereitet ein schmackhaftes Abendessen und schon sind – fast – alle wieder mit dem Leben versöhnt.

Mit frischem Nordwind geht´s raumschots nach Korcula. In der westlicheren Bucht Tri Luke finden wir keinen Platz mehr und weichen in die östlichere aus. Die Buchten sind schmal, man kann nur mittig Ankern, um ausreichend Raum zum Schwojen zu haben. Dort liegen wir sicher, später kommt allerdings Schwell aus Osten und hält uns die ganze Nacht in Bewegung. Vielleicht ist das der Grund, warum es Iwana am nächsten Morgen nicht so gut geht und sie sich gemeinsam mit Lisa abholen lässt. Wir sind mit der Familie von Iwana verabredet. Michel fährt ihnen mit dem Schlauchboot entgegen und dabei den Tank vom Dinghi restlos leer. Riemen? Was war das noch mal? Da kommt Iwanas Onkel um die Ecke und nimmt das Schlauchboot in Schlepp. Freundliches Hallo bei der Foxbat. Schließlich werden wir mit fruchtig süßen Feigen, kernigen frischen Kartoffeln und einer uns unbekannten Frucht versorgt, sieht aus wie kleine getrocknete Bananen und schmeckt süss-sauer. Alles aus eigener Aufzucht! Schmeckt richtig guuuut!

Lastovo ist eine Reise wert! Raus aus dem Trubel rund um Hvar und Split. Wir segeln zwischen den Inseln hindurch, fragen uns, wozu die Bootsbunker wohl mal gedient haben mögen und laufen schließlich in die Bucht Velj Lago ein, wirklich traumhaft schön! Wie ein grün umwaldeter Binnensee.

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Die Bucht ist in alle Richtungen geschützt – ebenso wie die von Norden anzulaufende Bucht Mali Lago, die hier durch eine Straßenbrücke voneinander getrennt sind. Ankerlieger finden sich in den beiden westlichen Buchten ein, liegen dort aber heute auf Legerwall. Als einzige Yacht gehen wir direkt an die Mole Pasadur vor dem großen Hotel.

Alle anderen in der Seekarte vermerkten Restaurants sind geschlossen – trotz etlicher Ferienhäuser – und das Hotelrestaurant betreibt den Grill nur zu Show-Zwecken. Erst beim Zubettgehen wird uns bewusst, warum wir hier fast die Einzigen sind: Die Rentnertruppe, die sich den ganzen Tag auf dem Felsen sonnte, versammelt sich nun zu Danz op de Deel auf der Hotelterrasse. Laute Musik aus den 70ern bringt Stimmung in die verträumte Bucht. Gott sei Dank hält sich deren Kondition in Grenzen und wir finden dann doch noch unseren Schlaf.

Es meldet sich Lisa am Telefon. Sie möchte gerne abgeholt werden. Unter Kroaten hat sie nichts zu melden, weil ihre Sprachkenntnisse dann doch noch nicht ausreichen. Also zurück nach Korcula, diesmal in den Stadthafen von Vela Luka.

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Ein schönes Ambiente! Ladenzeilen, Fischerboote und gegenüber eine bewachte Badestelle. Nirgends gibt es sanitäre Anlagen, dafür ist die Hafengebühr verträglich. Michel und Jill besuchen zum Duschen das Hostel – ihre Horrorgeschichten davon beherrschen die weiteren Themen des Tages.

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Iwanas Familie lädt uns zu sich auf die Terrasse zum Abendessen ein. Hier sind die Tomaten besonders frisch und herzhaft, ihr Opa grillt Fisch, die kroatische Küche ist leicht und schmackhaft. Dazu trinken wir Posip, einen leichten, trockenen, frischen Wein aus Dalmation oder direkt von der Insel Korcula. Wir erfahren an diesem Abend, dass Wasser und Strom besonders teuer sind und einen Großteil des Haushalt-Budgets beanspruchen. Vom Jugoslawienkrieg ist die Insel Korcula – bis auf einen einzigen Bombeneinschlag in der Nähe des Hauses – weitgehend verschont geblieben. Auf der Suche nach Arbeit verlassen die jungen Einwohner die Insel. Denn selbst die Schnellfähre benötigt zwei Stunden bis Split. Und auch Iwana wird nach Abschluss ihrer Bachelorarbeit nach Österreich ziehen.

Am nächsten Tag fahren wir mit dem Bus nach Korcula Stadt.

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Eine Reise über die felsige Insel mit beeindruckenden Ausblicken auf die jungen Weinstöcke südlich der E 118, die Vorbereitungen für das Dorffest in Blato und schließlich der Blick auf die Halbinsel der Stadt Korcula (s. dazu frühere Berichte weiter unten).?

Wir segeln wieder! Zur Nordküste von Scedro. Unterwegs ist Noah den Niedergang heruntergefallen und hat sich ziemlich heftig die Rippen geprellt. Im kalten Wasser der Badebucht kühlt er später seine Schmerzen und erholt sich schnell. Nach etlichen vergeblichen Ankerversuchen in der Bucht südlich des Leuchtturms Gornje Kurilo – dort sind alle geschützten Plätze belegt – geben wir entnervt auf und gehen an eine Mooringboje in der Uvala Manastir. Vorsicht, hier wir es schnell sehr flach! Aber auch die äußeren Bojen liegen bei W und NW hinreichend geschützt. Abendessen an Land in einer abenteuerlichen Konoba mit Sommerfrischlern – oder waren es übrig gebliebene Hippies aus den 60ern?

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Neuer Versuch in Hvar – und diesmal klappt es! Wir bekommen die gerade verlassene Mooringboje vor der Promenade Setnica.

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Das Festmache-Manöver geht gründlich in die Hose und gelingt nur mit Unterstützung unseres freundlichen französischen Nachbarn. Beim Angeln nach der Boje löst sich der Griff vom Bootshaken. Ersterer bleibt in Michels Hand, letzterer steckt hochkant im Meer. Alles wird gut: Michel, Noah, Dany und Jill kriegen die Boje mit dem Lasso trotzdem zu fassen. Der Franzose kommt mit dem Schlauchboot und macht unsere Achterleine fest, irgendwer fasst den Bootshaken. Danach fein machen zum Landgang. die Reichen sind schon da – jetzt kommen auch noch die Schönen! Edle Boutiquen in einer verwinkelten Altstadt, eine Bar neben der anderen. Der schweißtreibende Aufstieg zum Kastell lohnt sich wegen des großartigen Ausblicks auf die Stadt, die Adria und Palmizana-Klement.

Ruhiger wird es erst wieder in Stari Grad. Jill hat schon die ganzen Tage viel Geschick gezeigt und fährt deswegen heute seinen ersten Anleger. Nach dem Aufstoppen wollen wir die Mooring mit Motorunterstützung dicht holen – und kriegen die Mooringleine in den Propeller. Ärgerlich, weil sie der Marinero auf der falschen Seite übergeben hat – erfreulich, weil ein netter Einheimischer mit Taucherausrüstung das Problem ruck zuck löst. Vielen Dank! Foxbat liegt an der weitläufigen Promenade – und wieder gibt es keine sanitären Anlagen. Morgens liegt deswegen ein eigenwilliges Odeur über dem gesamten Hafen. Abhilfe ist in Sicht: Auf der NW-Seite wird ein neuer Anleger gebaut.

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Wir flanieren wieder mal durch eine sehr schöne Altstadt. Auf ihrem zentralen Platz nehmen wir den Digestif und genießen den frischen Wind, der durch die engen Gassen weht. Hier verlässt uns Jill leider. Er hat großes Geschick beim Segeln bewiesen. Ab jetzt übernimmt Dany diese Rolle und fährt von nun an recht erfolgreich alle Anleger!

Wir ankern ein letztes Mal in der Uvala Stracinska im Süden von Solta. Ganz tief in der Bucht tut sich an Backbord noch ein kleiner Anleger nebst Sandstrand auf. Hier ankern wir parallel zu einer deutschen Yacht, ringsum gegen Wind und Wellen geschützt. Wild romantisch. Die Kinder haben einen Sprungturm in den Felsen geschlagen und lassen sich von dort ins Wasser fallen. Sprechen sie deutsch? Ja, tatsächlich: Es hat eine deutsche Familie bis hierher in eines der 3 abgelegenen Häuser verschlagen. Na, ob die das hier dauerhaft aushalten, so ganz ohne 3G und W-Lan ?

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Bevor wir Trogir (siehe frühere Berichte unten) anlaufen, gibt es noch einen Badestopp nördlich Krknjas Veli auf der Insel Drvenik. Hier tummeln sich viele Boote auf engem Raum. Zudem drängeln sich noch 3 Ausflugsschiffe dazwischen und legen ihre Ankerketten kreuz und quer durch die anderen Ankerlieger. Uns verdirbt`s den Spass, wir gehen Anker auf. (Und das ging sogar ohne Reibung mit ihnen!)

Dann noch mal ein sehr schöner Segeltag auf dem Trip von Trogir nach Marina Kastela. Bei stetigen 4-5 Bft aus westlichen Richtungen kommt Foxbat noch mal richtig in Fahrt. Wir umrunden das Regattafeld der Korsare vor Ciovo, kreuzen auf in die Bucht und reihen uns ein in die Drängelei vor der Marina. Da wir bereits in Trogir getankt haben, brauchen wir an diesem Nahkampf nicht mehr teilzunehmen.

Katakomben

Übrigens: Mit dem Bus kommt man gut von Kastela nach Split. Er fährt alle 30-40 Min. und braucht etwa genau- so lange für eine Strecke. Ab der Endhaltestelle läuft man noch mal gut 20 Min. bis in die sehenswerte Altstadt. Dieser Ausflug ist unverzichtbar! Auf den engen, bewegten Gassen von Split, im Diokletian Palast mit denKatakomben. Von dort marschiert Diokletian noch heute gegen Mittag mit seiner Garde durch die Gassen und redet zum Volke. Netter Spass am Rande. 

Dubrovnik bis Korcula 2015

Andromeda ist ein Katamaran Lagoon 410, gut ausgestattet und in gepflegtem Zustand. Das Dinghi auf der elektrisch (!) zu wassernden Plattform hält sogar die Luft und sein Motor springt sofort an. Das ist schon ein völlig ungewohnter Luxus! ;-))

Mit Andromeda geht es von Komolac-Dubrovnik in die süd- dalmatischen Küstengewässer – nachdem wir uns am Vorabend im ausgezeichneten Restaurant Vimbula gestärkt hatten. Erst ein paar Fahrübungen und MOB-Manöver unter der Hochbrücke von Dubrovnik, dann ist unsere erste Etappe der östliche Zipfel von Miljet, Veliki Skolj.

Der kleine Felsen gewährt uns etwas Schutz an der Ankerboje des Restaurants Stermasi, bei Bora als Liegeplatz eher nicht zu empfehlen – wie das Wrack in der südlichen Ecke der Bucht erahnen läßt. Bei Sonnen- untergang sitzen wir bei Stermasi hoch über der Bucht mit Blick auf die Adria und staunen, wie der Wirt formvollendet mit großem Bohei das Dinner zelebriert.

Nach dem morgendlichen Bad in der kühlen Adria ablegen und bei schwachem Wind geht´s weiter entlang Miljet Richtung Luka Polace. Dort erwartet uns eine weit verzweigte Inselwelt. In jeder Bucht ein Ankerlieger, z.T. riesige Yachten. Nein, wir lassen uns nicht von einer den Gastwirtschaften shanghaien, sondern ankern inmitten der Bucht von Uvala Rogac. Schönes Ambiente. Stefan und Enrico, beide begeisterte Dinghi-Skipper, leisten den Transfer an Land und denken sich gerne neue Ausflugsziele aus. In der Uvala Rogac zum Bäcker, ins Restaurant und zur Abfall-Receiclinganlage am Ortsrand.

Die Mittelalterliche Stadt Korcula, ragt weit in den Neretvanski Kanal hinein. Entlang der gut erhaltenen Stadtmauer liegt eine Konoba neben der anderen, großartiges Ambiente, attraktive Boutiquen. Nur wer morgens vor 09.00 durch den Ort bummelt, kann dies in entspannter Ruhe tun, sonst treten sich die Besucher gegenseitig auf die Füße. Beim zweiten Wochentörn nähern wir uns durch das malerische Fahrwasser rund Badija und ankern in der Uvala Luka dicht bei dicht. Der Grund ist schlecht, viele müssen den Anker mehrfach neu ausbringen. Bei uns scheint er zu halten. Simone und Marc laufen um die Bucht, Carmen und Frank, David und Andre fahren mit dem Dinghi zum Yachthafen, um sich auf das Nachtleben von Korcula einzulassen. Oliver und Rainer bleiben als Ankerwache zurück, werden später mit lauter Partystimmung, digitalen Rhythmen von den Ausflugsdampfern beglückt.

Nächstes Ziel: Lastovo. Anfangs noch bei gutem Wind gestartet, müssen wir später doch wieder viel motoren. Als einzige Yacht liegen wir in der Bucht von Mali Lago. Heike, Marion und Anita ein bordgemachtes Abendessen. Es ist unglaublich, wie sie auf einem fummeligen 2-Flammen-Herd mit höchst eigenwilligem Gasbackofen neun Personen bekochen können. Wir genießen das Ankern in grünbewaldete Natur bei einer Flasche Wein (pro Nase?).

Auf dem Weg durch das Fahrwasser westlich Mrcara entdecken die Jungs einen Bootsbunker in den Felsen, der natürlich erkundet werden muss.

Jetzt laufen wir die rauhere Südseite von Miljet ab. Erst Ankern wir noch mal im Naturschutzgebiet, in der Uvala Lokva, weil es bei Skoij und den wenigen anderen südlichen Buchten des Naturschutzgebietes verboten ist. Lokva ist eine rundum gut geschützte Bucht, insbesondere auch bei Bora und auch sonst eine schöner Ort, seine Zeit zu verbringen.

Das Highlight dieses Tages ist Odysseus‘ Grotte. Der Skipper hat sie in der Seekarte verzeichnet, mit Foto versehen und an Navionics gesendet. Zuerst schwimmen Heike, Bernd und Lara tief in die Grotte hinein und genießen das Farbspiel im Sonnenlicht von hellblau über meergrün bis quietschpink der Felsen. Thomas, David und Stefan zeigen ihre Künste als Klippenspringer von ganz oben ! Anita schaut dem Treiben eher skeptisch zu.

Eine weitere Nacht verbringen wir in der Luka Saplunara. Das ist die Rückseite von Veliki Skolij. So gut der Ankergrund hält, so schlecht ist der Schutz gegen Schwell aus südlichen Richtungen. Badetrubel aus den Ferienhäusern, die Restaurants bleiben weit hinter Stermasi zurück.

Baden in der südöstlichen Bucht von Lopud. Hier treffen sich die Bewohner von Dubrovnik am Wochenende. Deswegen ist hier eine Menge Mensch, viel laut und deswegen auch ziemlich eng. Dagegen sticht die nahe gelegene Bucht NW Kolocep hervor. Hier versammelt sich der absolute Luxus. Ein 5-Sterne-Hotel mit Strandbad, gehobene Ferienwohnungen in schönen Grünanlagen. Davor in der Bucht edle Holzyachten, sport-liche Jollen und Fun auf der gepflegten Strandpromenade.

Und zu guter Letzt, wie nach jedem Törn: Die freundliche Rangelei an der Tankstelle. Kein Segler will über die Untiefe fahren, alle wollen zuerst tanken. Da ist der schlichte Motorbootfahrer klar im Vorteil, er beansprucht die Mitte des Anlegers, da bleibt kein Platz mehr für ein 15m Boot. Erfolgreich ist, wer innovativ anlegen kann. Und, mussten wir lange warten? ;.-)) Nee,ne!

Trogir, Mitteldalmatien, Juli 2014

Außergewöhnlich für diese Jahreszeit: Kleine heftige Tiefdruck-gebiete verursachen Regen, Starkwind, Gewitterböen. Dazwischen wechseln sich Thermik und Flaute ab. Die Wettervorhersagen – allesamt unzutreffend. Da sie aber wiederholt Orkan für die Nacht ankündigen, legen wir sehr viel Sorgfalt auf die Auswahl eines sicheren Ankerplatzes. Sehr hilfreich dabei die Seekarte von Navionics auf dem IPad. Gelegentlich pfeifen kräftige Böen von den Bergrücken herunter, der Orkan ist Gott sei Dank ausgeblieben.

Unser Törn startet in Trogir. Weißer Marmor prägt das Bild der lebhaften Altstadt. Bunte Boutiquen, Spezialitätenrestaurants und abenteuerliche Bars reihen sich in engen Gassen aneinander.

In der Marina findet sich bei der SY Frida eine sehr gemischte Crew ein; der Eine erwartet taffes Segeln, auch bei Nacht, Andere suchen Erholung beim Baden und Entspannen. Dieser Spagat ist uns – mit vereinten Kräften – recht gut gelungen ;-))

Milna auf Brac hat seinen eigenen Charme: In einem Naturhafen liegen wir nach unserem ersten Segeltag und etlichen MOB-Übungs-Manövern in der Marina mit Blick auf den Betrieb an der Stadtmole; nah genug für einen Stadtbummel, weit genug weg, um vom Rummel verschont zu bleiben. Nach dem „Anlegerli“ bringt Ali den Aussenborder vom Schlauchboot in Gang und wird der beste Dinghi-Skipper aller Zeiten 😉 Übrigens: Das Gebäude rechts von der Kirche sucht nach einem liebevollen Investor. Der könnte dann jeden Abend großes Hafenkino erleben, das Highlight eines jeden Yachties.

Die Wettervorhersage kündigt S-SE 2-3 an. Deswegen laufen wir am nächsten Morgen die Nordküste von Hvar entlang. In der Bucht um Duga herum finden wir dicht unter Land auf 8 m Wassertiefe einen Ankerplatz. Zu dicht, denn der Wind dreht unerwartet auf W. Wir gehen Anker auf und suchen Schutz in Palmizana Klement, wohl eines der sichersten Plätzchen im gesamten Revier, leider völlig überbelegt. Also fahren wir um Klement herum in die Bucht nördlich Hrid Plocice. In 3 Reihen ankern die Yachten schon, wir quetschen uns rückwärts mit dem Heck ans westliche Ufer. Dank des persönlichen Einsatzes von Loisl, der mit der Achterleine zwischen den Zähnen an Land schwimmt, ein erstklassig gelungenes Ankermanöver! Nach einem kühlen Bad geht´s mit dem Schlauchboot vorbei an der feinen Konoba Totos zur familienbetriebenen Konoba Bachus (****) und zu vorgerückter

Stunde mit leichtem Glimmer durch das Gewirr von Anker-lichtern mit dem völlig überladenen Schlauchboot zu- rück zur SY Frida.

Für Dienstag nehmen wir uns Stari Grad auf Hvar vor, noch eine verheißungsvolle Stadt. Unser aufmerksamer Ausguck Pepe sieht im Fernglas die Mole von Uvala Stiniva, wie wir später erfahren, eine vor 100 Jahren von den Österreichern gebaute Anlegestelle. Der Buganker hält nicht, der Ankergrund ist unrein.

Wir ergattern eine von zwei Ankerbojen und machen mit kurzer Vorleine fest. Die Einheimischen geniessen den Kieselstrand. Der beste Dinghi-Skipper aller Zeiten meldet uns bei der Konoba zum Essen an. Sofort macht sich der Wirt auf den Weg zu seinen Reusen, um den Fang für das Abendessen zu sichern. Es gibt gegrillten Loup de Mer.

Am Mittwoch morgen ist das Barometer deutlich gefallen. Mit einer ordentlichen Mütze voll Wind kreuzen wir auf in Richtung Makarska auf dem kroatischen Festland. Was Thomas als Steuermann, großen Spaß bereitet, verursacht bei Anderen eine leicht grünliche Hautverfärbung. Als dann auch noch der Hafenmeister am Telefon verkündet, der Hafen sei völlig ausgelastet, ändern wir unser Vorhaben.

Uvala Zukova ist der großartigste unserer Ankerplätze und bietet im inneren Teil sicheren Schutz gegen Stürme aus allen Richtungen.

Zu Fuss sind es 3 km bis Stari Grad. Pepe und Loisl nehmen den Weg auf sich und finden erst weit nach Sonnenuntergang zum Schiff zurück, ein abenteuerliches Unterfangen. Am frühen Morgen kaufen wir einem Fischer seinen Fang ab, den Denise später delikat für uns zubereitet. Das war kein Kinderspiel, denn der Fischer hatte schon eine Vorauswahl getroffen und uns die besonderen Fische überlassen. ;-))

Wir müssen wieder nach Milna. Dort wird unser gerissenes Grosssegel repariert. Die heisse Dramaturgie des Tages ;-( lässt es nicht zu, noch mal auszulaufen. So stürzen wir uns ins Nachtleben, um am nächsten Morgen zurück nach Trogir zu segeln. In einer ausgiebigen Flaute baden wir auf „hoher“ See, echtes Abenteuer, oder?

Sukosan 2013, Kornaten

Die Marina Sukosan entläßt jeden Samstag Vormittag ein riesiges Geschwader an Charteryachten in die Kornaten – trotzdem wirken die kroatischen Küstengewässer keineswegs überfüllt. Jede Crew kann für sich einen traumhaft schönen Anker- und Badeplatz finden.

Beim freundlichen Yachtcharter Kroki gibt es die SY Lumbrelin, eine schöne, gepflegte, angenehm zu segelnde Oeanis 411. Ariatic Charter stattet seine Yachten und die SY Apolon, eine neue Bavaria 44 nur mit 3 (!) Lifebelts aus. Seehandbücher gibt es nur auf Nachfrage. Leider sind überall nur Feststoffwesten üblich – weshalb deren Akzeptanz gegen Null stebt. Bringt am besten selbst leichte Automatikwesten (mit Harness) mit!

Mit Vorfreude übernehmen wir die SY Lumbrelin. Ob wir unter der naheliegenden Brücke Zdrelac durchfahren können? Laut Seekarte 16,6 m lichte Höhe – aber die Schiffspapiere sagen nichts über die Masthöhe. Der Vercharterer gibt grünes Licht und so nimmt der Skipper allen Mut zusammen und traut sich was: Kurz vor der Brücke voll aufgestoppt, den Angler an Land um eine optische Peilung gebeten – und nach dessen kurzem Nicken mit zusammengepressten Backen durch! Der Vercharterer hatte Recht! ,-) uff.

Mit vollen Segeln im warmen Wind raumschots SW; entlang von Uglijan/Pasman im Westen und dem Festland im Osten. Großartige Kulisse, sattgrüne Natur, strahlend weiße Segel, azurblaues Meer. Wir ankern SE Murter, schwimmen an Land. Eine stilvolle Strandbar, frisch aufgemauert, aber noch nicht in Betrieb. Also genießen wir unseren Cocktail später an Bord, spinnen Seemannsgarn und betreiben Fancywork im Sonnenuntergang.

Die schöne, belebte Altstadt von Sibenik ist immer wieder einen ausgiebigen Landgang wert! Liebevoll restaurierte Häuser, ausge- zeichnete Restaurants, urbanes Leben auf den schattigen Plätzen. Un- bedingt den Blick von der Burg bei Sonnen-untergang genießen! Schon die Einfahrt in das riesige Noor bietet atemberaubende Ansichten. Vorbei an der alten Festung, tiefe Höhlen in den Felsen geschlagen sollen früher U-Booten sicheren Unterschlupf gewährt haben. Lumbrelin liegt an der Altstadtpier, direkt im Zentrum im Blick der flanierenden Urlauber. Wasser gibt es, Stromanschluss nicht. Reges Nachtleben, rhytmische Diskomusik – bis ein Blitz im heftigen Gewitter einen Stromausfall verursacht. Plötzlich Ruhe und Dunkelheit – bei kräftigen Gewitterböen. Der Generator der riesigen Motoryacht mit den vielen halbnackten Groupies auf der Flybridge und der unifomierten Crew auf dem Arbeitsdeck wummert uns in den Schlaf.

Wen es nach wochenlanger Einsamkeit auf See nach Menschennähe dürstet, der fährt mit dem Bus zu den berühmten Krka Wasserfällen im weitläufigen Naturpark.

Dort sind sie alle: Holländer, Dänen, Schweden, Norweger, Deutsche, schreiende Kinder, Österreicherinnen und die andern RoW-Bewohner (Rest of World). Man kann auch auf eigenem Kiel auf dem Fluss Krka nach Skradin gelangen, muss sich dort aber mit den vielen fremden Ankerketten oder als 7. im Päckchen arrangieren. Dann aber bietet sich ein atemberaubendes Naturschauspiel – wenn die Mücken tanzen…. Trotzdem: Den Naturpark und die einzigartigen Wasserfälle muss man gesehen haben. Unbedingt Badehose und –schuhe mitbringen!

Bei stabilem NW-Wind 4 Bft und knapp 1 m Seegang machen wir uns auf zu den Kornaten. Unter Genua und Gross 2/3 gerefft läuft Lumbrelin 5-6 Knoten ohne Ruderdruck. Trotzdem schaue ich in zwei ziemlich grüne Gesichter. Wir machen an einer Ankerboje SE Zirje fest – und schon sind wieder alle gut drauf. Dinghi springt nicht an – Reparatur mißglückt, es geht auch mit Wriggen und Pullen. Über- raschung: Es gibt eine ausgezeichnete Gemüsepfanne mit Fisch und Weißwein. Dank an Bettina, Alex und Helene: Wer überlegt bunkert, kann auch herzhaft speisen!

Kahl, streng und abweisend: Aus den nackten Felsen der Kornaten stürmische Böen mal aus NE, mal aus NW. „Lustiges“ Segeln im Kreis. Bettina knüppelt Lumbrelin hoch an den Wind, dicht an die Felsen und steuert uns zielsicher aus dem Kreisverkehr heraus. Die Navigation erfordert Sorgfalt: Zwischen den vielen sehr ähnlich erscheinenden Felsen und Inselchen geht leicht die Orientierung verloren. Manch- mal gibt es auch Felsen knapp unter der Wasseroberfläche, deshalb ist Segeln bei Nacht ein no go, es sei denn, draussen auf der freien Adria.

Heute legen wir am Steg der Konoba Robinson in Vrulje an. Es gibt einen ausgezeichneten kroatischen Fischtopf, dazu trockenen regionalen Weißwein, unbedingt empfehlenswert! Deswegen verpassen wir zwar den Blick in den Sonnenuntergang, fallen aber wohlig in die Kojen. Nur der Skipper bemerkt die stürmischen Böen aus NW, fiert vorsorglich die Achterleine und holt die Mooringleine dichter.

Aus der weiten Adria östlich segelnd kennzeichnet der eindrucksvolle Leuchtturm Sestrica hoch oben auf den Felsen Dugi Otok. Atem- beraubend die Passage M. Proverza zwischen Uglijan und Pasman bei höchstens 2 m Wassertiefe! (Lumbrelin und Apolon haben einen Tiefgang um 1,90m – aber inzwischen total leere Wassertanks, das schafft restliche Sicherheit ;.)) Nach jeder Wende öffnet sich eine völlig neue Perspektive in die hier begrünten Felsen der Kornaten. Vor der letzten Durchfahrt legen wir uns an eine Boje knapp außerhalb des Nationalparks – hier gilt unser Ticket nicht mehr und wir zahlen für´s Festmachen extra. Dafür unterhaltsamer Blick auf den regen Schiffsverkehr an der Engstelle und eine großzügige, kristallklare Badebucht. Wer hat wohl unser letztes Frischwasser zum ausgiebigen Duschen verbraucht?

Mit der SY Apolon übt die gesamt Crew gleich nach dem Ablegen die wichtigsten Sicherheitsmanöver – wir kriegen den Fender immer wieder gut rein, können Halsen und Beiliegen. Dann sollten wir also sicher segeln? Wenn bloß der Skipper nicht immer Logge und Lot auf der SY Apolon verwechseln würde und jedes Mal in Panik geriete, wenn sich die Geschwindigkeitsanzeige der 2 nähert.

Mit stetiger Thermik läuft Apolon gute Fahrt, die Crew wächst zusammen und die Wenden werden immer eleganter. Am frühen Nachmittag gehen wir vor Remetic auf Kaprije an die Boje. Baden, tauchen, Dinghi fahren in klarem blauen Wasser.

Vrulje ist heute hoffnungslos überlastet. Wir fahren weiter nach Uvala Stranje, ebenfalls ein hübscher Ankerplatz und lassen uns zum Abendessen in die Konoba abholen. Empfehlenswert, sehr nette Familie – da freuen wir uns mit Muße auf den nächsten Gang.

Mathija hat nun schon die ganze Woche seine Angel ins Wasser gehalten. Der Erfolg kommt in der letzten Stunde: Erst ein kleiner Fisch und dann rauscht ein beträchtliches Motorboot in die Angelschnur. Braucht man nicht, kann man nicht essen ;-(. Wir beschließen unseren Seetörn im Hafenrestaurant mit einer feinen Fischtafel.

Die kroatischen Behörden verpachten neuerdings die attraktivsten Buchten. Die Pächter bringen in dichten Reihen Festmacherbojen aus. Wer sie nutzt, zahlt eine Übernachtungsgebühr. Dafür erhält er einen sicheren Liegeplatz und im besten Falle einen netten Smalltalk mit Küstenklatsch, Müllentsorgung und Pizzabringdienst. – Brauchen wir das wirklich? Leider wird der dabei wichtigste Service in Kroatien nirgends angeboten: Das Leerpumpen der Abwassertanks. Alternative Ankerplätze im direkten Umkreisder Bojen sind häufig mit „Fischer“-bojen und –netzen vergällt; sehr lästig.

E-Mail: Rainer@Backbordbug.net

2 Gedanken zu „Adria – Kroatische Küste von Sukosan bis Dubrovnik“

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