Dänische Südsee

Die Brücke von Sonderborg öffnet jede Stunde um 00.38 Uhr. Knapp 30 Yachten drehen ihre Runden bis die Durchfahrt freigegeben ist.

Weitere 12 sm weiter:

Danach gehts weiter zur Halbinsel Alsen. Malerisch gelegen der Hafen von Dyvig und dann weiter in einen zweiten Naturhafen Mjels. Natur pur.

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WindiGO vom Steg auf den Trailer und nach Hause holen, dazu benötigen wir knapp 4 Stunden. Einen weiteren Tag Bootspflege, einkaufen, aufrüsten und packen. Wir starten am Donnerstag um 0800 Uhr und erreichen Fahrensodde gegen 1345 nach Staus vor dem Elbtunnel.

Auf der engen, stei-len Zufahrt zur Seglergemeinschaft Flensburg toben sich gleichzeitig der Strassenbau, die städtische Grün-pflege sowie die Müllabfuhr aus. Dazwischen müssen wir uns mit WindiGO durchschlängeln. Ob wir am Ende unser Gespann noch wenden können? Die Straße ist nämlich eine Sackgasse.

Der Hafenmeister weist uns ein und abends liegt WindiGO aufgeriggt in der Box. Dazwischen begeistert Ulrike zwei spielende Kinder aus Castrop-Rauxel fürs Segeln – ganz zu Begeisterung der Eltern, die bei Kaffee und Kuchen im Bistro sitzen.

Fahrensodde ist ein schöner, geschützter Hafen. Der rührige Hafenmeister Niko ist die Gelassenheit in Person. Jeder Handgriff sitzt, keiner zu viel, alles durchdacht. „Moin“ – nur einmal ! – und wir werden herzlich aufgenommen.

Unser Nachbar segelt Kontiki, einen Eigenbau seines Vater auf dem Rumpf eines Fischerbootes von den Lofoten. Er verrät uns Wesentliches über die Liegeplatzlage in der Ostsee. Es stehen viele attraktive Yachten zum Verkauf – es gibt nur keine Liegeplätze. Der andere Nachbar mit der Hallberg-Rassy bietet uns seine Steckdose am Stegstrom an. Die erste Nacht fallen wir in einen tiefen, erholsamen Schlaf.

Freitag besuchen wir Flensburg.

Eine schöne Stadt mit leicht morbidem Charme. Obwohl niemals der Hanse angehörig, schöne alte Kapitänsvillen. Sie haben ihre letzte Restaurierung wohl in den 1970-80er erfahren. Man erkennt ihre Schönheit noch, auch wenn die Farben verblassen und viele Wohnungen leer stehen. Bombastisch die Backsteinarchitektur des Gerichts-gebäudes. Reingelassen werde ich nur mit dem Rechtsanwaltsausweis – die Gerichtsöffentlichkeit ist Corona zum Opfer gefallen – und den Sicherheitsbedarfen der Justizangestellten. Deutschland verändert sich!

Flensburg hat eine endlos lange, sehr belebte Fußgängerzone. Es mischen sich plattdeutsche, danske und englische Sprachklänge. Besonders attraktiv die Rote Straße. Wir lassen uns beim Rum-Spezialisten „Braasch“ beraten und kaufen edle Sorten, mit Port und Sherry geblendet. Sonst wirken die Geschäfte etwas altbacken, es gibt noch Blume 2000 und Gravis, dafür weicht das Warenangebot vom Einheitsbrei anderer Städte deutlich ab. Sehenswert die Innenhöfe der Kaufmannshäuser, geradezu mediteraner Charakter und gute Gerüche allenthalben.  

Traurig stimmen uns auch hier die Zeichen sozialer Verwahrlosung im Zentrum der Stadt. Das Prekariat lässt die Häuser verkommen, man schaut in verdreckte Fenster und schmuddelige Wohnungen.  Ganz anders die Wohnviertel mit Einzelhausbebauung und Blick ins Grüne oder auf die Förde.

Ulrike kommt aus Hugendubel mit einem Buch in der Hand: „Das Faultier bewegt sich Opa“: Die besten Kindersprüche, immer witzig, manchmal weise – und leider oft wahr. „Bist Du schon eine Oma oder bist Du noch erwachsen?”

Die Menschen, denen wir begegnen sind freundlich, aufgeschlossen, rücksichtvoll vorausschauend und in jeder Beziehung herzlich. Beim Schiffsausrüster kaufen wir einen Danebrog und einen Splitter für die Stegstromanlage – werden wir auch beim WSV nutzen können. Mit der Chefin kommen wir ins Gespräch über Gott und die Welt und Ulrike lässt sich für ein paar weiche Bordschuhe aus feinem Leder zum halben Preis begeistern. Bordschuhe als Auslaufmodell – nein, das ist keine Satire.

Zurück an Bord, wir nehmen den Honda nach 2 Jahren erstmalig wieder in Betrieb. Es geht nix! Benzinhahn, wo war der noch? Ach ja, der Startschalter ist falsch gepolt: 0 = an und 1= aus. Die Erinnerung hilft aber nicht. Ulrike baut die Zündkerzen aus und poliert die Kontakte mit der Nagelfeile. Honda hustet, verschluckt sich zweimal und dann beginnt ein 10 PS starker run.

Sönderborg

Damit starten wir dann am Samstag Richtung Sonderborg. Zunächst 3 bft direkt gegenan, hinter den Okseöern können wir Segel setzen und kreuzen. Mühsam aber wir kommen voran – in einem großen Pulk anderer, meist sehr viel größerer Yachten.

Der Wind nimmt zu, wir verkleinern die Genua. In Sonderborg Marina angekommen, wechseln wir noch zweimal den Liegeplatz, um nicht mit unserem kleinen Boot den Platz für ein großes zu beanspruchen. Später erfahren wir, dass in Sonderborg nicht Länge zählt, sondern Breite. Wir zahlen 170 dkr Havnepeng für einen 3,80 m breiten Liegeplatz.

Am Sonntag hat der Wind nochmal zugenommen, es bilden sich leichte Schaumkronen auf dem Wasser. Wir beschließen “Stegurlaub” und packen dazu die Fahrräder aus. Sönderburg hat sich seit unseren früheren Besuchen in den 1980er Jahren sehr verändert. Der Stadthafen ist jetzt Flaniermeile, den dänischen Brauch, jeden Abend mit dem Auto eine Runde zum Hafen zu fahren, scheint es nicht mehr zu geben. Ein Bad in der Ostsee und danach wird der Wok in Betrieb genommen.

Zu den Naturschutzgebieten – Erweiterungen

Gastbeitrag von Weltleser aus Neustadt:

  • Um 1960 gab es keine Naturbojen im Ostenmeer – die Vögel waren im Schilf und dahinter im Flachwasser.
  • Um 1980-90 gab es die erste Bojenkette – die Vögel waren weiter im Schilf und dahinter im Flachwasser – nicht auf der gesperrten Wasserfläche.
  • Seit 2017 gibt es die weit in das Meer verlegte Bojenkette im Ostenmeer – die Vögel sind weiter im Schilf und dahinter – nicht auf der gesperrten Wasserfläche.Was soll die Einengung für den Wassersport?

Aber: Reiher sitzen auf den Stegen, Enten und Gänse laufen über die Grundstücke. Haubentaucher und Blässhühner brüten an unseren Stegen. Wir stellen fest – das Zusammenleben von Mensch und Tierwelt braucht keine weiter Einschränkungen.
Wir müssen aber dringend dafür sorgen, dass die frühere, natürliche Strömung im Meer, in den Deipen, wieder hergestellt wird, um das Meer – eben auch die Natur im Naturpark – zu erhalten.

Rechtswidriger NaturSchutz ?

Inzwischen habe ich die Naturschutzverordnung Steinhuder Meer rechtlich geprüft und eine Stellungnahme an die Region Hannover verfasst. Diese muss sich jetzt im Einzelnen damit befassen, bevor sie über den Erlass der Verordnung entscheidet.

Auch die Städte Wunstorf und Neustadt haben gegen die Naturschutzverordnung Einwände erhoben.

Trotz allem sollten wir uns gemeinsam mit der Notgemeinschaft Steinhuder Meer vorsorglich auf ein Klageverfahren vorbereiten.

Naturschutz am Steinhuder Meer überzieht

Gerade erst hat die Region Hannover das Naturschutz-gebiet im Ostenmeer ausgeweitet, schon  arbeitet sie daran, dasjenige im Westenmeer auszudehnen.

Was bedeutet das für die Betroffenen?

  • Erneute Ausdehnung der Befahrensverbote für Segler, Fischer und die Berufsschifffahrt bis auf etwa 700 m an den Wilhelmstein!
  • Bestimmte Stege im Bereich Mardorf dürfen nicht mehr aufgebaut werden. Das Baden vor dem Grundstück ist verboten.
  • Der Meerbach darf nicht mehr befischt werden.
  • Die Sicherungswälle gegen das Auslaufen des Steinhuder Meers dürfen nicht mehr gepflegt und repariert werden. Es besteht die Gefahr des Auslaufens.
  • Das Meer darf in der Schutzzone nicht mehr entschlammt werden. Das führt dazu, dass es auch darüber hinaus verschlammen wird.
  • Die besegelbare Fläche wird um etliche  Quadratkilometer verkleinert und noch mal um die gleiche Fläche weiter verschlammen.

Damit steht der Fortbestand des Steinhuder Meeres als Naherholungsgebiet in Frage!

Der Naturschutz ist ein hohes Gut! Gerade wegen seiner Schönheit und Artenvielfalt ist es ja so ein gern besuchtes Naherholungsgebiet mit weitem Einzugsbereich.

Für den Verordnungsentwurf  “Westufer Steinhuder Meer” und seine Begründung hat die Region Hannover auf über 30 Seiten Textbausteine zusammengetragen, aber auf eine angemessene Abwägung aller anderen Interessen nahezu völlig verzichtet.! Es ist an der Zeit, sich  massiv zur Wehr zu setzen!

Außer Acht gelassen hat die Naturschutzbehörden folgende Beobachtungen:

  • Trotz der derzeitigen Nutzung haben sich neue Arten angesiedelt, sie fühlen sich also gar nicht gestört.
  • Segler, Berufsschifffahrt, Fischer und Anlieger verhalten sich im eigenen Interesse überwiegend rücksichtsvoll.
  • Deswegen gelten Segler z.B. im Nationalpark Boddengewässer als privilegiert und dürfen in der Zone 2 segeln und ankern – weil sie Vögelpopulation dort jedenfalls nicht stören!
  • Vögel z.B. gewöhnen sich an diese Nutzungen und lassen sich auch von Stegbauaktivitäten nicht vom Nestbau und Brüten ablenken.

Gleichzeitig nimmt seit Jahresbeginn der Verkehr durch rasende und lärmende Motorboote ohne erkennbaren Fahrtauftrag erheblich zu. Das wiederum weist auf ein Vollzugsdefizit der Behörde hin.

Sinkender Wasserstand bei strömendem Regen

Weil der Wasserstand Im Herbst 2018 so stark gesunken war, dass wir unser Schwert nicht mehr fieren konnten, ist WindiGO vorzeitig ins Winterlager gegangen. Jetzt (19.01.2019) ist der Pegel am Wilhelmstein wieder von 84 cm auf 97 cm gestiegen. Wir hoffen auf 128 cm. Deshalb freuen wir uns über viel Regen und Schnee ;-))

Es regnet! Der Pegel (Telefonische Ansage 05033 -2609) ist auf 99 cm geklettert (26.01.2019) ! Wir schaffen das!

Heute, 16.3. bei seit Tagen strömendem Regen ist der Wasserstand auf 104 gesunken. Vorige Woche waren wir schon bei 107! Wer dreht da an der Schraube?

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